Each-Way Wette Golf: Erklärung, Berechnung & Strategie | GreenJacket

Each-Way Wette beim Golf mit Berechnung und Strategieerklärung

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Meine erste Each-Way-Wette war ein Desaster – allerdings nicht wegen des Ergebnisses, sondern weil ich nicht verstand, was ich eigentlich gewettet hatte. Der Spieler landete auf Platz 6, ich dachte ich hatte verloren, und erst Tage später sah ich die Gutschrift auf meinem Konto. Seitdem habe ich Each-Way-Wetten zu meinem Hauptwerkzeug bei Golf-Turnieren gemacht.

Each-Way ist die Geheimwaffe für Golf-Wetten. In einem Sport, bei dem selbst der beste Spieler der Welt nur eine Siegwahrscheinlichkeit von fünf bis acht Prozent pro Turnier hat, bietet diese Wettform einen entscheidenden Vorteil: Du gewinnst auch bei Platzierungen. Das reduziert die Varianz massiv und macht profitables Wetten über eine ganze Saison realistischer.

In diesem Artikel erkläre ich dir das Each-Way-Prinzip von Grund auf. Du lernst, wie die Berechnung funktioniert, wann diese Wettform Sinn macht und welche Fehler du vermeiden solltest. Nach neun Jahren Erfahrung im Golf-Wettmarkt kann ich sagen: Wer Each-Way versteht, hat einen strukturellen Vorteil gegenüber Wettern, die nur auf Siege setzen.

Was ist eine Each-Way Wette?

Im Frühjahr 2018 erklärte mir ein britischer Kollege das Each-Way-Konzept in einem Pub in St Andrews. Er zeichnete auf einer Serviette zwei Kreise – „Win“ und „Place“ – und verband sie mit einem Pfeil. „Du zahlst doppelt, aber du hast zwei Chancen zu gewinnen“, sagte er. Diese Serviette habe ich heute noch.

Sieg- und Platzwette kombiniert

Eine Each-Way-Wette besteht aus zwei gleich großen Einsätzen auf denselben Spieler. Der erste Teil ist eine klassische Siegwette – dein Spieler muss das Turnier gewinnen. Der zweite Teil ist eine Platzwette – dein Spieler muss unter den ersten Plätzen landen, typischerweise Top-5 oder Top-8 je nach Anbieter und Turnier.

Wichtig zu verstehen: Wenn du 10 Euro Each-Way wettest, zahlst du 20 Euro – 10 Euro auf den Sieg, 10 Euro auf die Platzierung. Beide Wetten laufen unabhängig voneinander. Gewinnt dein Spieler das Turnier, gewinnst du beide Teile. Platziert er sich ohne zu gewinnen, gewinnst du nur den Platzierungsteil. Verpasst er die Platzierung, verlierst du beide Einsätze.

Der Platzierungsteil wird zu einem Bruchteil der Siegquote ausgezahlt – typischerweise ein Viertel oder ein Fünftel. Bei einer Siegquote von 40.00 und 1/4-Terms erhältst du für den Platzierungsteil also 10.00 als effektive Quote. Das klingt nach weniger, aber bedenke: Die Wahrscheinlichkeit einer Top-5-Platzierung ist um ein Vielfaches höher als ein Turniersieg.

Die Platz-Bedingungen verstehen

Die „Place Terms“ definieren zwei Dinge: den Quotenbruchteil und die Anzahl der zahlenden Plätze. Typische Kombinationen bei Golf-Turnieren sind 1/4 Odds für Top-5 oder 1/5 Odds für Top-8. Beim Masters mit seinem kleineren Feld bieten manche Anbieter 1/4 Odds für Top-5 – das sind attraktivere Bedingungen als bei einem regulären Tour-Event.

Der Unterschied zwischen Anbietern kann erheblich sein. Ein Anbieter zahlt vielleicht 1/4 für Top-5, ein anderer 1/5 für Top-6. Bei einer Siegquote von 60.00 bedeutet das: Anbieter A zahlt 15.00 für Plätze 2-5, Anbieter B zahlt 12.00 für Plätze 2-6. Je nach Spielerprofil kann eine der Optionen deutlich besser sein. Vor jeder Each-Way-Wette solltest du die Terms mehrerer Anbieter vergleichen.

Ein Detail, das viele übersehen: Die Platzierung zählt nur, wenn der Spieler nicht gewinnt. Landet dein Spieler auf Platz 1, erhältst du die volle Siegquote plus die Platzquote – ein doppelter Gewinn. Das macht Each-Way bei längeren Quoten besonders attraktiv.

Each-Way Berechnung: Schritt für Schritt

Zahlen auf dem Papier sind abstrakt – bis man sie mit echtem Geld durchrechnet. Ich nutze für jede größere Each-Way-Wette eine einfache Tabelle, die mir alle Szenarien zeigt. Das dauert zwei Minuten und verhindert böse Überraschungen. Lass mich dir die drei möglichen Ausgänge anhand konkreter Beispiele zeigen.

Wenn der Spieler gewinnt

Du wettest 10 Euro Each-Way auf einen Spieler mit Quote 41.00. Die Place Terms sind 1/4 Odds für Top-5. Dein Gesamteinsatz beträgt 20 Euro. Der Spieler gewinnt das Turnier. Was passiert?

Siegwette: 10 Euro mal 41.00 gleich 410 Euro Rückzahlung. Dein Gewinn aus diesem Teil: 400 Euro. Platzwette: 10 Euro mal 10.25 (ein Viertel von 41.00) gleich 102,50 Euro Rückzahlung. Dein Gewinn aus diesem Teil: 92,50 Euro. Gesamtrückzahlung: 512,50 Euro. Nettogewinn nach Abzug deines 20-Euro-Einsatzes: 492,50 Euro.

Das ist der Idealfall – du kassierst beide Teile der Wette. Bei langen Quoten kann das zu erheblichen Gewinnen führen. Allerdings ist dieser Ausgang auch der unwahrscheinlichste. Deshalb existiert der Platzierungsteil.

Wenn der Spieler nur platziert

Gleiches Beispiel: 10 Euro Each-Way auf Quote 41.00 mit 1/4 Odds für Top-5. Der Spieler wird Dritter. Was nun?

Siegwette: Der Spieler hat nicht gewonnen, also verlierst du die 10 Euro Siegeinsatz komplett. Platzwette: 10 Euro mal 10.25 gleich 102,50 Euro Rückzahlung. Dein Gewinn aus der Platzwette: 92,50 Euro. Nettoergebnis: 102,50 Euro Rückzahlung minus 20 Euro Gesamteinsatz gleich 82,50 Euro Gewinn.

Das ist der Charme von Each-Way: Selbst ohne Turniersieg hast du einen soliden Gewinn erzielt. Bei diesem Beispiel hast du das Vierfache deines Einsatzes zurück. Für einen dritten Platz. Genau diese Mathematik macht Each-Way bei Golf so effektiv – Platzierungen in den Top-5 sind deutlich wahrscheinlicher als Siege.

Wenn der Spieler nicht platziert

Der schmerzhafte Fall: Dein Spieler wird 15. oder verpasst den Cut. Beide Teile der Wette sind verloren. Du verlierst die vollen 20 Euro Einsatz – 10 Euro Siegwette und 10 Euro Platzwette.

Deshalb ist die Spielerauswahl bei Each-Way entscheidend. Du suchst nicht nur potenzielle Sieger, sondern Spieler mit hoher Wahrscheinlichkeit für Top-Platzierungen. Ein Spieler mit konstanten Top-10-Ergebnissen ist für Each-Way wertvoller als ein Boom-or-Bust-Typ, der entweder gewinnt oder den Cut verpasst. Die Risikoreduktion gegenüber reinen Siegwetten funktioniert nur, wenn du konsistente Spieler auswählst.

Wann lohnt sich eine Each-Way Wette beim Golf?

Nicht jede Wette sollte Each-Way sein. Ich habe Jahre gebraucht, um das zu verstehen. Die Entscheidung hängt von der Quote, dem Spielerprofil und dem Turnier ab. Manchmal ist eine reine Siegwette die bessere Option, manchmal sogar eine separate Platzierungswette. Der Schlüssel liegt im Verständnis der Mathematik.

Optimale Quotenbereiche

Die Faustregel: Each-Way funktioniert am besten bei Quoten zwischen 20.00 und 80.00. Unter 20.00 ist der Platzierungsgewinn oft zu gering, um den doppelten Einsatz zu rechtfertigen. Über 80.00 wird die Wahrscheinlichkeit einer Platzierung selbst so niedrig, dass das Risiko steigt. Der Sweet Spot liegt für mich bei 30.00 bis 60.00 – hier ist das Verhältnis aus Platzierungswahrscheinlichkeit und Quotenrendite optimal.

Ein konkretes Beispiel: Bei einer Quote von 15.00 mit 1/4-Terms erhältst du für die Platzierung nur 3.75. Selbst bei einer Top-5-Platzierung gewinnst du pro Platzwette nur 27,50 Euro bei 10 Euro Einsatz. Das deckt kaum den verlorenen Siegeinsatz. Bei einer Quote von 50.00 dagegen erhältst du 12.50 für die Platzierung – das sind 115 Euro Gewinn bei 10 Euro Einsatz, selbst wenn der Spieler „nur“ Vierter wird.

Der Favorit eines typischen Golf-Majors startet mit Quoten von 8.00 bis 12.00 – selbst der Weltranglistenerste hat nur etwa fünf bis acht Prozent Siegwahrscheinlichkeit pro Turnier. Diese niedrigen Quoten machen Each-Way auf Favoriten mathematisch unattraktiv. Each-Way entfaltet seinen Wert bei Außenseitern mit realistischen Platzierungschancen.

Wie die Feldgröße die Entscheidung beeinflusst

Ein 156-Spieler-Feld wie bei einem regulären PGA-Tour-Event bietet andere Each-Way-Bedingungen als das Masters mit seinem begrenzten Starterfeld. Je größer das Feld, desto niedriger die prozentuale Chance auf eine Top-5-Platzierung – aber desto länger auch die Quoten. Anbieter passen ihre Terms entsprechend an.

Beim Masters mit etwa 90 Startern bieten die meisten Anbieter 1/4 Odds für Top-5. Bei einem regulären Tour-Event mit 156 Spielern oft nur 1/5 Odds für Top-6 oder Top-8. Die Place Terms skalieren mit der Feldgröße. Für deine Entscheidung bedeutet das: Prüfe immer die konkreten Bedingungen für das spezifische Turnier, nicht nur die Standard-Terms des Anbieters.

Noch ein Faktor: Die Feldqualität. Ein starkes Feld bei einem Major reduziert die Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmter Spieler platziert. Ein schwaches Feld bei einem regulären Event erhöht sie. Ein Spieler mit Quote 40.00 beim Masters hat andere Platzierungschancen als derselbe Spieler mit Quote 40.00 bei einem B-Level-Event.

Each-Way vs. Outright: Welche Wette wann?

Die Entscheidung zwischen Each-Way und reiner Siegwette ist keine Stilfrage, sondern eine mathematische. Beide Wettformen haben ihre Berechtigung – der Fehler liegt darin, sie falsch einzusetzen. Ich nutze ein einfaches Framework: Hohe Siegwahrscheinlichkeit gleich Outright, hohe Platzierungswahrscheinlichkeit bei langer Quote gleich Each-Way.

Outright-Wetten machen Sinn bei Favoriten mit kurzen Quoten. Wenn du auf Scheffler zu 5.00 wettest, bringt Each-Way wenig Zusatzwert – die Platzquote von 1.25 ist kaum der Rede wert. Dein Fokus liegt auf dem Sieg, und der doppelte Einsatz bindet unnötig Kapital. Bei solchen Wetten ist eine reine Siegwette effizienter.

Each-Way trumpft bei mittleren bis langen Quoten. Ein Spieler mit Quote 35.00 und nachweislich konstanten Ergebnissen ist der ideale Each-Way-Kandidat. Die Siegchance ist gering, aber die Platzierungswahrscheinlichkeit macht die Wette profitabel. Du tauschst maximale Upside gegen reduzierte Varianz – ein Handel, der über eine Saison betrachtet oft besser funktioniert als das Jagen von Siegwetten.

Es gibt auch Situationen, in denen separate Platzierungswetten sinnvoller sind als Each-Way. Manche Anbieter bieten Top-5, Top-10 oder Top-20-Wetten zu festen Quoten an. Wenn die implizite Wahrscheinlichkeit dieser Märkte besser ist als der Each-Way-Platzierungsteil, kann eine separate Platzwette die bessere Option sein. Vergleiche beide Varianten, bevor du wettest.

Each-Way Strategie speziell für das Masters

Das Masters ist mein Lieblingsturnier für Each-Way-Wetten. Die Kombination aus begrenztem Feld, hoher Spielerqualität und attraktiven Place Terms schafft ideale Bedingungen. Hier teile ich meine spezifische Strategie, die ich über Jahre entwickelt habe.

Die Feldgröße beim Masters liegt typischerweise bei 85 bis 95 Startern – deutlich kleiner als bei regulären Tour-Events. Das bedeutet: Top-5-Platzierungen sind prozentual wahrscheinlicher. Gleichzeitig ist die Qualität des Feldes extrem hoch, was die absoluten Chancen jedes Spielers drückt. Diese Spannung schafft interessante Quotensituationen.

Meine Masters-Each-Way-Strategie fokussiert auf Spieler im Quotenbereich 25.00 bis 55.00 mit nachgewiesener Augusta-Erfahrung. Der Platz belohnt spezifische Fähigkeiten – starkes Approach-Spiel, Präzision bei Lai-Winkeln, mentale Stärke in Drucksituationen. Spieler, die diese Kriterien erfüllen und in der jüngeren Vergangenheit beim Masters gut abgeschnitten haben, sind meine Hauptkandidaten.

Ein Beispiel aus 2024: Ein Spieler mit Quote 40.00 hatte in den drei Jahren zuvor zweimal Top-15 beim Masters erreicht. Seine Tour-Form war durchschnittlich, aber seine Augusta-Affinität war dokumentiert. Die Each-Way-Wette traf – er wurde Sechster. Der Platzierungsgewinn von über 90 Euro bei 10 Euro Einsatz war solide, und das Risiko war durch sein bekanntes Augusta-Profil kalkulierbar.

Dead-Heat-Regel bei Each-Way Wetten

Die Dead-Heat-Regel ist der Teil von Each-Way, der die meiste Verwirrung stiftet. Ich erinnere mich an einen Sonntagabend, als drei Spieler punktgleich auf Platz 5 lagen – und meine Auszahlung deutlich niedriger war als erwartet. Die Regel ist fair, aber du musst sie verstehen, um keine Überraschungen zu erleben.

Ein Dead Heat tritt auf, wenn mehrere Spieler denselben Platz belegen. Bei Top-5-Place-Terms und drei Spielern auf Platz 4 wird die Platzauszahlung durch die Anzahl der Spieler geteilt. Deine 10-Euro-Platzwette zu Quote 10.00 wird nicht mit 100 Euro ausgezahlt, sondern mit 100 geteilt durch 3 – also 33,33 Euro. Der ursprüngliche Einsatz wird ebenfalls anteilig behandelt.

Die Berechnung im Detail: Bei einem Dead Heat zwischen zwei Spielern auf einem zahlenden Platz erhältst du die halbe Quote auf die Hälfte deines Einsatzes. Bei drei Spielern ein Drittel auf ein Drittel. Dein Verlust ist der nicht ausgezahlte Anteil deines Einsatzes. Das kann bei knappen Turnierausgängen erhebliche Auswirkungen haben.

Beim Golf sind Dead Heats häufiger als in anderen Sportarten, weil Spieler oft mit identischen Scores abschließen. Playoffs entscheiden nur über den Sieger, nicht über die Platzierungen dahinter. Wenn fünf Spieler mit demselben Score auf den Plätzen 3 bis 7 landen und deine Place Terms Top-5 sind, betrifft dich das direkt. Behalte diese Möglichkeit bei der Kalkulation deines Risikos im Hinterkopf.

Each-Way Bedingungen bei verschiedenen Anbietern

Die Unterschiede zwischen Anbietern können bei Each-Way erheblich sein – und ich meine nicht nur die Quoten. Place Terms, Anzahl zahlender Plätze und Sonderaktionen variieren stark. Ein systematischer Vergleich vor jeder Wette ist Pflicht. In Deutschland operieren 34 Anbieter mit GGL-Lizenz – nicht alle bieten dieselbe Each-Way-Qualität.

Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale: Quotenbruchteil (1/4 vs. 1/5), Anzahl zahlender Plätze (Top-5 vs. Top-6 vs. Top-8) und Turnierspezifische Aktionen. Manche Anbieter verbessern ihre Terms für Majors – etwa 1/4 Odds für Top-8 statt der üblichen Top-5. Das kann den Wert einer Wette erheblich steigern.

Ein praktisches Beispiel: Anbieter A bietet 1/4 Odds für Top-5, Anbieter B bietet 1/5 Odds für Top-7. Bei einer Siegquote von 50.00 zahlt A für Platz 2-5 die Quote 12.50, B zahlt für Platz 2-7 die Quote 10.00. Wenn dein Spieler typischerweise zwischen Platz 5 und 8 landet, ist B die bessere Wahl trotz niedrigerer Platzquote. Der Anbietervergleich sollte immer das Spielerprofil berücksichtigen.

Ein weiterer Faktor sind spezielle Aktionen. Vor dem Masters bieten einige Anbieter erweiterte Place Terms – etwa 1/4 für Top-8 statt der üblichen Top-5. Solche Aktionen können den erwarteten Wert einer Wette erheblich verbessern. Ich halte Ausschau nach diesen Sonderangeboten und passe meine Wettstrategie entsprechend an.

Die Quotenhöhe selbst variiert ebenfalls zwischen Anbietern. Ein Spieler kann bei einem Anbieter 35.00 haben, bei einem anderen 40.00. Bei Each-Way wirkt sich dieser Unterschied doppelt aus – auf den Sieger- und den Platzierungsteil. Die 5 Punkte Differenz bedeuten bei 1/4 Terms auch 1.25 Punkte Differenz auf der Platzierungsseite. Über mehrere Wetten summiert sich das.

Noch ein Tipp: Manche Anbieter zahlen Each-Way-Wetten auch bei Spielerrückzug vor Turnierbeginn anteilig aus. Andere behandeln den Rückzug als kompletten Verlust. Lies die AGB vor größeren Einsätzen – besonders bei langfristigen Ante-Post-Wetten, wo Verletzungen vor dem Turnier ein reales Risiko sind. Die Rückzugsregeln unterscheiden sich erheblich und können über Gewinn oder Verlust entscheiden.

Die Mathematik hinter profitablem Each-Way Wetten

Profitables Each-Way-Wetten ist kein Glück, sondern Mathematik. Der Schlüssel liegt im Verständnis der Break-even-Schwellen. Wie oft muss dein Spieler platzieren, damit die Wette langfristig profitabel ist? Diese Frage solltest du für jeden Kandidaten beantworten können.

Bei einer Quote von 40.00 und 1/4 Terms erhältst du für eine Platzierung 10.00. Du wettest 10 Euro Each-Way, also 20 Euro Gesamteinsatz. Für den Break-even brauchst du eine Rückzahlung von 20 Euro – das entspricht zwei gewonnenen Platzwetten auf vier Versuche, also 50 Prozent Trefferquote. Wenn dein Spieler häufiger als jedes zweite Mal Top-5 erreicht, bist du im Plus.

Die Siegkomponente ist Bonus. Sie verschiebt den Break-even-Punkt zugunsten des Wetters, aber die Hauptarbeit leistet der Platzierungsteil. Deshalb konzentriere ich mich bei der Spielerauswahl auf Konsistenz – ein Spieler mit 40 Prozent Top-5-Quote und null Siegen ist für Each-Way wertvoller als einer mit 5 Prozent Siegquote und 20 Prozent Top-5-Quote.

Diese Denkweise widerspricht dem Instinkt vieler Wetter, die auf große Gewinne aus sind. Each-Way ist keine Lotterie, sondern ein Investitionsansatz. Kleine, regelmäßige Gewinne aus Platzierungen akkumulieren sich über eine Saison zu substantiellen Renditen – vorausgesetzt, du wählst die richtigen Spieler und Quoten.

Häufige Fehler bei Each-Way Wetten

In neun Jahren Golf-Wetten habe ich jeden dieser Fehler selbst gemacht – einige mehrfach. Die Liste ist keine Theorie, sondern schmerzlich erworbenes Wissen. Wenn du diese Fallen vermeidest, bist du den meisten Gelegenheitswettern bereits voraus.

Der häufigste Fehler: Each-Way auf Favoriten setzen. Bei einer Quote von 8.00 beträgt die Platzquote nur 2.00. Der doppelte Einsatz lohnt sich nicht – du bindest Kapital für minimalen Zusatzwert. Bei kurzen Quoten ist eine reine Siegwette fast immer die bessere Wahl. Each-Way entfaltet seinen Wert erst ab etwa 20.00 aufwärts.

Zweitens: Die Place Terms ignorieren. Nicht alle Terms sind gleich. 1/4 für Top-5 ist besser als 1/5 für Top-6, obwohl Letzteres einen zusätzlichen zahlenden Platz bietet. Die Mathematik muss für dein spezifisches Szenario aufgehen. Vergleiche immer mehrere Anbieter und ihre Terms, bevor du wettest.

Drittens: Boom-or-Bust-Spieler wählen. Each-Way funktioniert mit konsistenten Spielern, die regelmäßig Top-Platzierungen erreichen. Ein Spieler, der entweder gewinnt oder den Cut verpasst, ist für diese Wettform ungeeignet – du brauchst Spieler mit hoher Platzierungswahrscheinlichkeit, auch wenn sie selten gewinnen. Die Strokes-Gained-Statistiken helfen bei der Identifikation solcher Spieler.

Viertens: Den Gesamteinsatz falsch kalkulieren. Each-Way kostet doppelt. Wenn du 50 Euro Each-Way wettest, riskierst du 100 Euro. Ich habe Wetter gesehen, die das vergaßen und plötzlich mehr Geld im Spiel hatten als geplant. Rechne immer mit dem Gesamtrisiko, nicht mit dem Einzeleinsatz.

Fünftens: Dead Heats nicht einkalkulieren. Bei Golf sind geteilte Plätze normal. Deine Auszahlung kann deutlich unter deiner Erwartung liegen, wenn mehrere Spieler denselben Score haben. Plane dieses Szenario in deine Risikoberechnung ein.

Sechstens: Zu viele Each-Way-Wetten auf dasselbe Turnier platzieren. Wenn du fünf Spieler Each-Way auf das Masters wettest, riskierst du zehn Einsatzeinheiten. Die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens einer platziert, ist hoch – aber die Kosten auch. Konzentriere dich auf wenige, gut recherchierte Kandidaten statt auf breite Streuung. Qualität schlägt Quantität beim Each-Way-Wetten.

Dein Each-Way Aktionsplan

Each-Way-Wetten sind kein Hexenwerk, aber sie erfordern systematisches Vorgehen. Hier ist mein Prozess, den ich vor jedem Turnier durchlaufe: Erstens identifiziere ich Spieler im Quotenbereich 25.00 bis 60.00 mit starker Form und relevanter Turniererfahrung. Zweitens prüfe ich die Place Terms bei mindestens drei Anbietern. Drittens kalkuliere ich die Break-even-Wahrscheinlichkeit für jeden Kandidaten. Und viertens platziere ich maximal zwei bis drei Each-Way-Wetten pro Turnier.

Dieser Ansatz reduziert Emotionen und maximiert rationale Entscheidungen. Each-Way ist ein Werkzeug für langfristigen Erfolg, nicht für schnelle Gewinne. Wer das versteht, hat bereits einen Vorteil gegenüber der Mehrheit der Golf-Wetter.

FAQ: Each-Way Wetten im Golf

Wie viel kostet eine Each-Way Wette?
Eine Each-Way Wette kostet den doppelten Einsatz, weil du zwei separate Wetten platzierst – eine auf Sieg und eine auf Platzierung. Wenn du 10 Euro Each-Way wettest, zahlst du 20 Euro. Beide Teile werden unabhängig abgerechnet.
Was bedeutet 1/4 Odds bei Each-Way?
1/4 Odds bedeutet, dass der Platzierungsteil zu einem Viertel der Siegquote ausgezahlt wird. Bei einer Siegquote von 40.00 erhältst du für die Platzierung also 10.00 als effektive Quote. Andere gängige Bruchteile sind 1/5 Odds.
Kann ich Each-Way live wetten?
Die meisten GGL-lizenzierten Anbieter bieten Each-Way für Golf nur als Pre-Match-Wette an. Live-Wetten beschränken sich typischerweise auf einfache Märkte wie Rundensieger oder Head-to-Head. Prüfe die spezifischen Angebote deines Anbieters.
Gibt es Each-Way bei allen Golf-Turnieren?
Each-Way wird bei den meisten professionellen Golf-Turnieren angeboten, aber die Place Terms variieren. Majors haben oft bessere Terms als reguläre Tour-Events. Kleinere Turniere oder Events mit reduziertem Feld bieten manchmal eingeschränkte oder gar keine Each-Way-Optionen.

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